Freitag, 22. Januar 2010

Deutschland und die Ziele der europäischen Bildungsreform

1. Diskussionspunkte

a) Vergleich: Deutschland - EU (2000 und 2007)
- Im EU-Durchschnitt ist der Prozentsatz der Abiturienten leicht gestiegen. In Deutschland ist er ca. um den gleichen Wert gefallen!

- Im Gesamtschnitt der EU hat sich die Lesefähigkeit der 15-jährigen verschlechtert, in Deutschland hingegen verbessert

b) Hat die EU ihre Ziele erreicht? (2000 und 2007)
- Zwar Verbesserung einiger Indikatoren (z.B Fortbildung, Abitur, Schulabbrecher), aber nicht in gewünschtem Ausmaß
- Finnalnd als Spitzenreiter (könnte alle Ziele erreichen)

- Arbeitsmarkt fordert mehr Mobilität und höhere Fertigkeiten.
- Auslandsaufenthalte sollen am besten Pflichtinhalt von Ausbildungen/Studien sein

c) Kritik aus den Kommentaren
- Sind die Daten aus verschiedenen Ländern vergleichbar, oder werden dort gleiche Schul-/Ausbildungsabschlüsse anders bewertet? (Vergleiche von GB und Deutschland als"Beleg")
- Kernprobleme in Deutschland: Föderalismus und dreigliedriges Schulsystem
- Kritik an Deutscher "Zertifikat-Mentalität" (ohne Abi keine Uni)
-> in GB z.B. nicht zwingend erforderlich. Erwachsenenbildung hat dort tradition

d) Bolognaprozess - Beitrag zu den EU-Zielen?
- Verschulung statt Allgemeinbildung und individueller Studiengestaltung ->Für den "Blick über den Tellerrand" blei bt keine Zeit mehr -> Studierende entscheiden sich wegen Zeitmangel gegen Auslandsaufenthalte (Anteil zwar nicht gesunken, aber auch nicht gestiegen...) -> kontraproduktiv!
- Jede Uni baut das Studium anders auf -> Wechsel wird eher schwieriger statt leichter / Studienleistungen anderer Universitäten werden oft nicht anerkannt -> wirkt nicht positiv auf Mobilität
- Es gibt auch positive Modelle (Fachfremde Kurse sind Teil des Studiums, individuelle Wahlmöglichkeiten sind gegeben, Semester für Auslandsaufenthalt "reserviert", Partnerunis um Scheinanerkennung zu sichern)
- Prüfungsmarathon -> Stress!!

2. Besserung durch virtuelles Lernen?
- Informationen sind im Internet frei zugänglich. Allerdings muss auch der Umgang mit dem Medium gelernt und geübt werden und es hat immer noch nicht jeder Zugang dazu!
- Man kann sich Lernpartner (z.B. für Sprachen) weltweit suchen - ganz ohne zu verreisen. Allerdings lernt man die Kultur des Landes so eher nicht kennen...
- Der Umgang mit neuen Medien trainiert einige Schlüsselkompetenzen bzw. erleichtert deren Verbesserung (Computerkompetenz, evtl. sprachliche Kompetenz, strategisches Denken; Wissen zur Verbesserung naturwissenschaftlich-technischer Kompetenz) -> Wer nichts lernen will, lernt aber auch mit neuen Medien nichts ;)
- Studium kann durch eLearning-Anteile / -Phasen angenehmer und stressfreier werden (freie Zeiteinteilung statt strenger Anwesenheitspflicht)

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